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Grüner Star (Glaukom)

Die fortschreitende Erblindung.

Der Sehnerv verbindet das Auge mit dem Gehirn. Alle Seheindrücke werden von ihm weitergeleitet. Bei einem Glaukom, oft auch Grüner Star genannt, stirbt dieser Nerv langsam ab. Das führt zu einem fortschreitenden Verlust des äußeren Gesichtsfeldes.

Sehr spät wird auch das zentrale Gesichtsfeld zerstört. Und erst in diesem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung bemerken die meisten Betroffenen die Ausfälle. Eine Therapie kann nur zum Stillstand der Erkrankung, nicht aber zu einer Verbesserung des Gesichtsfeldes führen.

Das Glaukom ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache, und zwar sowohl in den Industrienationen als auch in den Entwicklungsländern.

Warum kommt es zu einem chronischen Glaukom?

Bei einem gesunden Auge wird im Augeninnern fortlaufend Kammerwasser von der Oberfläche des Ringmuskels gebildet. Dieser liegt vorne im Auge, direkt hinter der Iris (Regenbogenhaut). Von dort umfließt es die Linse sowie die innere Hornhaut und versorgt beide mit ihren Nährstoffen. In einem kleinen Ringkanal, der sich vor der Regenbogenhaut in der Grenze zur Lederhaut befindet, fließt das Augenwasser wieder zurück in die ableitenden Blutgefäße.

Eine Verstopfung der Abflusswege ist die häufigste Ursache eines Augeninnendruckanstieges. Dieser erhöhte Augeninnendruck, aber auch ein niedriger Blutdruck verursachen eine schlechte Durchblutung im Auge. Hierin liegt oft die Ursache für das Absterben der Nervenzellen vom Sehnerv. Ist diese Schädigung eingetreten, spricht man von einem Grünen Star.

Beginnende Sehnerv-Veränderungen sind oft symptomlos. Der häufigste Risikofaktor dabei ist ein erhöhter Augeninnendruck. Die Ausfälle im Gesichtsfeld sprechen für ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung.

Die Glaukom-Früherkennung ist nur bei einem Augenarzt möglich. Dabei wird der Augeninnendruck als wichtigster Risikofaktor gemessen und der Sehnerv untersucht. Durch gezielte augenärztliche Untersuchungen können vorher nicht festgestellte Glaukome erkannt werden.

Bei einem Glaukom-Verdacht können die computerbasierten Systeme wichtige Informationen bringen. Dabei werden die Gesichtsfeldveränderungen analysiert, der Sehnerv wird durch die modernen Scansysteme genau untersucht und die kleinsten Veränderungen werden für den Verlauf dokumentiert.

Grüner Star: Wie läuft eine Therapie ab?

Bei Betroffenen, die an einem Grünen Star erkrankt sind, lassen sich der Augeninnendruck und der Erhalt des Sehnervs durch die regelmäßige Gabe von speziellen Augentropfen langfristig regulieren. Sollte es trotz der Behandlung zu weiterer Verschlechterung der Erkrankung kommen, erwägt man eine Laser- oder operative Behandlung. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung kann auch ein Grüner Star operiert werden, es erfordert aber eine große Erfahrung des Operateurs. Ihr Augenarzt wird Sie hierzu beraten.

Liegt der Erkrankung niedriger Blutdruck zu Grunde, ist die Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und Hausarzt zur Stabilisierung der Durchblutung wichtig. Starke Schwankungen oder ein nächtlicher Abfall des Blutdrucks können langfristig zu dem sogenanntem Normaldruck-Glaukom führen. So gibt es Grüner-Star-Patienten, bei denen das Augenlicht durch einen Herzschrittmacher oder durch ein Absetzen der abendlichen blutdrucksenkenden Therapie zu retten ist.

Grüner Star: Die Operation.

In Deutschland werden jährlich bis zu 20.000 Glaukom-Operationen durchgeführt. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden. Die häufigsten sind die Trabekulotomie, Fisteloperation (Trabekulektomie) oder eine Laseroperation.

Lasertrabekuloplastik

Unter Lasertrabekuloplastik (häufig ALT oder SLT genannt) versteht man eine Behandlung im Bereich des Kammerwasserabflusses (im Kammerwinkel). Die Behandlung erfolgt ähnlich wie eine Routineuntersuchung – im Sitzen, das Auge wird nur mit Augentropfen betäubt. Die Behandlung dauert wenige Minuten. In den meisten Fällen lässt sich der Augeninnendruck gut senken, die SLT kann bei Bedarf mehrfach wiederholt werden.

Trabekuloplastik (Innere Druckableitung)

Bei der Trabekulotomie wird der mikroskopisch kleine Ringkanal, der das Kammerwasser in das Blutsystem leitet, aufgesucht und sondiert. Dann wird er vorsichtig zur vorderen Augenkammer eröffnet, so dass das Kammerwasser seinen natürlichen Abflussweg wiedererhalten und frei abfließen kann. Der Wundbereich wird dann durch mikroskopisch kleine Fäden verschlossen, die sich selbständig auflösen. Abschließend erhalten Sie eine Kortisonspritze neben das Auge, um eine überschießende Vernarbung zu verhindern.

Die Operation findet wie die Katarakt-Operation in Lokalanästhesie statt. Der Aufenthalt im OP- Bereich dauert weniger als eine Stunde, die reine Operationszeit beträgt etwa 25 Minuten.

Fisteloperation/Trabekulektomie (Äußere Druckableitung)

Die Operation verläuft ähnlich wie die Trabekulotomie, dabei wird die Lederhautnaht locker und die Bindehautnaht definitiv verschlossen. Dadurch einsteht ein sogenanntes Filterkissen, das Augenwasser wird unter die Bindehaut abgeleitet. Eine aufwendige Nachbehandlung ist für das Überleben des Sickerkissens essentiell.

XEN-Implantat

Es gibt eine Vielzahl der speziellen Implantate, die für die Kammerwasserableitung entwickelt wurden. Einer der neusten davon ist das XEN-Implantat. Durch eine kleine Inzision am Auge wird dieser über den Kammerwinkel in den Raum unter die Bindehaut eingeführt. Dabei entsteht ein ähnlicher Abflusskanal, wie bei einer Trabekulektomie. Kleineres Trauma durch die Operation verhindert eine überschussige Vernarbungsreaktion der Bindehaut im Bereich der Sickerkissens.

Kammerwasserproduktion senkende Laseroperationen

Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten des Lasers beim Grünen Star. Die erfolgreichste dieser Methoden ist die Laserzyklodestruktion. Dabei wird das Ziliarepithel des Strahlenkörpers mit etwa 20 Laserherden eines Infrarotlasers verödet. So wird die Neubildung des Kammerwassers herabgesetzt. Zur Operation wird die Lasersonde auf die betäubte Bindehaut aufgesetzt (s. Abb.). Jede der 20 Laserbestrahlungen dauert etwa 2 Sekunden lang. Das kann zu einem dumpfen Druckschmerz führen. Eine Eröffnung des Auges oder eine Naht ist dabei nicht notwendig.

Um eine überschießende Reaktion zu vermeiden, wird vorsichtig dosiert und ein Nachlasern einige Monate später in Kauf genommen.

Was geschieht nach der Operation des Grünen Stars?

Am Tag nach der Operation erfolgt die erste Kontrolle wahlweise bei Smile Eyes oder bei Ihrem Augenarzt. Wenn der Augeninnendruck vorübergehend noch zu hoch sein sollte, kann er durch Tabletten oder Augentropfen gesenkt werden.

Nicht selten können Sie nach der Trabekulotomie-Operation auf dem operierten Auge zunächst nur Hell und Dunkel erkennen. Für Einäugige erfordert das eine intensive Betreuung durch Angehörige, Pflegedienste oder eine stationäre Aufnahme, die vor der Operation geplant werden muss. Eine vollständige Erholung des Sehens dauert oft bis zu zwei Monaten und es kann vorkommen, dass Sie so lange kein Auto fahren dürfen. Da die Wunde etwas größer ist als bei der Katarakt-Operation, spüren Sie während dieser zwei Monate einen geringen Fremdkörperreiz. In wenigen Fällen spüren Sie auch die mikroskopisch kleinen Fäden. Diese können in dem Fall bereits in der zweiten Woche nach der Operation gezogen werden. Sie lösen sich sonst innerhalb von acht Wochen selbständig auf.

Nach einer Laserzyklodestruktion erholt sich das Auge meist viel schneller als nach der Trabekulotomie. Auch bei einer erfolgreichen Glaukom-Operation kann es durch Vernarbungen später wieder zu Drucksteigerungen kommen. Mit einer einzigen Operation ist nur in etwa 60 % der Fälle eine langfristige ausreichende Druckregulierung zu erreichen, deshalb sollten Sie lebenslang mehrmals im Jahr Ihren Augeninnendruck und gegebenenfalls Ihren Sehnerv oder Ihr Gesichtsfeld von Ihrem Augenarzt kontrollieren lassen. Falls der Druck nach der Operation durch Tropfen nicht sicher zu regulieren sein sollte, ist eine Laserzyklodestruktion als Zweitoperation zu empfehlen.

Falls ein Grüner Star schon sehr weit fortgeschritten ist, kann es auch bei erfolgreicher Operation zu einem weiteren Verfall des Sehnervs kommen, so dass eine Operation eine drohende Erblindung nicht immer verhindern kann.

Was ist ein Glaukom-Anfall?

Der Glaukom-Anfall ist eine seltene, akut schmerzhafte Erkrankung mit sehr hohem Augeninnendruck. Begleitet von starken Kopfschmerzen und Übelkeit ist ein Auge gerötet, verliert schnell an Sehkraft und droht zu erblinden. Eine sofortige augenärztliche Behandlung ist gefordert: Mit Infusionen und einer notfallmäßigen Behandlung kann geholfen werden. Ursache ist ein Kurzbau des Auges mit einem Block des Kammerwinkels durch die Regenbogenhaut oder eine gelockerte oder verdickte Linse, die sich im Auge nach vorne verlagert und den Abfluss des Kammerwassers blockiert.

Da Augenärzte die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Glaukom-Anfalls meist abschätzen können, empfehlen sie vorbeugend eine Laserbehandlung (Iridotomie) oder Operation. Dabei wird entweder ein Abfluss im äußeren Bereich der Regenbogenhaut angebracht oder die verdickte Linse wird im Rahmen einer Katarakt-Operation ausgetauscht.

Kann sich der Sehnerv regenerieren und das Sehen besser werden, wenn das Glaukom operiert ist?

Nein, die Schädigung des Sehnervs ist irreparabel. Gerade darum ist die Früherkennung so wichtig. Auf jeden Fall sollten Sie auch nach einer Operation am Grünen Star regelmäßig zur Augeninndruck-Kontrolle zu Ihrem Augenarzt. Ein Grüner Star kann auch nach einer erfolgreichen Operation jederzeit wiederkommen.

Das Smile Eyes Sicherheitsplus

  • Umfangreiche Voruntersuchung und Beratung ausschließlich durch erfahrene Augenärzte
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