Smile Eyes Blog
Dr. Bechmann im OP bei Linsenimplantation

Linsenaustausch: Welche Linsenimplantate kommen bei Alterssichtigkeit in Frage?

Über 30 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Alterssichtigkeit, auch Presbyopie genannt. Wir sprechen hier von einem Zustand, der sich bei den meisten zwischen 40 und 50 Jahren bemerkbar macht. Eines der deutlichsten Anzeichen dafür sind die Situationen im Alltag, in denen man Gegenstände in der Nähe nur noch unscharf erkennen kann. Dinge wie das Smartphone, den Computer, ein Buch oder die Speisekarte im Restaurant.

Wie kann man die Alterssichtigkeit behandeln?

Linsenimplantationen bzw. das sogenannte Verfahren des klaren Linsenaustauschs sind hierbei besonders beliebte und erprobte Methoden. Der Markt an chirurgischen Verfahren bietet inzwischen eine Vielzahl von Techniken und Linsen, die je nach Ausgangslage und Anforderungen des Patienten zum Einsatz kommen.

Aber Achtung: „Eine klare Definition, für welchen Patienten welches Linsenmodell am besten geeignet ist, kann man pauschal nicht geben. Jeder Patient bringt individuelle Voraussetzungen an seinen Augen mit, hat eine individuelle Lebensweise und somit individuelle Vorstellungen und Ansprüche an sein Sehen“, so Dr. med. Martin Bechmann, Augenarzt und Experte für Linsenchirurgie bei Smile Eyes München. „Hier ist die Expertise und das Feingefühl von erfahrenen Augenärzten gefragt, um gemeinsam mit dem Patienten die richtige Behandlungsmethode zu finden.“

Was ist der klare Linsenaustausch?

Ein klarer Linsenaustausch oder auch Clear Lens Exchange (CLE) basiert auf dem Operationsverfahren zur Korrektur des Grauen Stars, der sog. Katarakt-Operation, bei der die körpereigene Linse gegen eine künstliche Linse ausgetauscht wird. Dabei handelt es sich um die weltweit am häufigsten durchgeführte Operation schlechthin. Allein in Deutschland wird diese ca. 800.000mal pro Jahr durchgeführt. Der Unterschied beim Klaren Linsenaustausch liegt jedoch im Gegensatz zum Grauen Star darin, dass hier meistens „intelligente Kunstlinsen mit Zusatzfunktion“ zum Einsatz kommen und dass die Linse noch nicht eingetrübt ist. Lediglich der Wunsch nach Brillenunabhängigkeit und somit nach Korrektur einer vorliegenden Fehlsichtigkeit wie Kurz- und Weitsichtigkeit oder auch Hornhautverkrümmung bewegt den Patienten zu dem Eingriff. Eine gründliche augenmedizinische Untersuchung gibt Klarheit darüber, ob ein Refraktiver Linsenaustausch die für den Patienten geeignete Behandlungsmethode ist.

Ohne Brille trotz Alterssichtigkeit
Scharfes Sehen in unterschiedlichen Entfernungen

Welche Linsen nutzt Smile Eyes für die Korrektur der Alterssichtigkeit?

Wenn die Voraussetzungen für einen klaren Linsenaustausch gegeben sind, kommen drei verschiedene Linsenmodelle in Frage:

  • Multifokallinsen/Trifokallinsen
  • EDOF-Linsen
  • Asphärische Monofokallinsen

Multifokallinsen/Trifokallinsen (ZEISS AT Lisa)

Multifokallinse für klaren Linsenaustausch
Multifokallinse / Trifokallinse von ZEISS

Bei modernen Multifokallinsen handelt es sich um intelligente Kunstlinsen, die drei verschiedene Brennpunkte aufweisen, daher auch Trifokallinsen genannt. Sie ermöglichen ein gutes Sehen in der Ferne, im Zwischenbereich und auch in der Nähe zum Lesen.

Da sich nach der Implantation der Kunstlinse die Brechweite des Auges nicht mehr verändert, bleibt der Patient lebenslang unabhängig von einer Brille. Der große Vorteil der Brillenfreiheit wird mit einer etwas erhöhten Blendempfindlichkeit, insbesondere bei Dunkelheit, erkauft. Die Ursache hierfür ist das zugrundeliegende physikalische Prinzip der Multi-/Trifokallinsen, die das Licht ständig zwischen Nähe, Zwischendistanz und Ferne aufteilen.

Die Multifokallinsen AT Lisa der Firma ZEISS bieten eine hohe Lichtdurchlässigkeit und somit auch bei schlechten Lichtverhältnissen sehr gute Ergebnisse, doch sind Nebenwirkungen wie sog. Halos (Lichtkreise) nicht ganz auszuschließen.

EDOF-Linsen (Alcon Vivity)

 

 

EDOF steht für „Extended Depht of Focus“ und somit eine erhöhte Tiefenschärfe. Es handelt sich hierbei um eine neue Generation von implantierbaren Kunstlinsen mit einer optimierten Wellenfronttechnologie, die Patienten ein exzellentes Sehen in der Ferne und im Zwischenbereich und ein relativ gutes Sehen in der Nähe ermöglichen.

Die von Smile Eyes genutzte Linse der Firma Alcon, die „AcrySof IQ Vivity“, arbeitet nach einem optisch anderen Prinzip wie die Multifokallinsen. Sie bricht das Licht nicht in verschiedene Entfernungen wie eine Multifokallinse, sondern macht sich durch eine speziell geformte Oberfläche die Methodik ähnlich einer Gleitsichtbrille zunutze. Die Übergänge zwischen Ferne und Zwischenbereich sind weicher. Ein willkommener Nebeneffekt der neuen Wellenfronttechnologie, der von Alcon genannten X-Wave (TM) Technologie, ist der Wegfall störender Nebenwirkungen wie Halos.

Die Linse kommt vermehrt für aktive Patienten in Frage, die besonders hohen Wert auf eine exzellente Fernsicht und eine sehr gute Sicht im Zwischenbereich legen, allerdings sich nicht scheuen, für manche Dinge im Alltag noch eine Lesebrille aufzusetzen.

 

Asphärische Monofokallinsen

Im Gegensatz zu den bereits genannten Linsenmodellen konzentrieren sich die Monofokallinsen auf einen Brennpunkt. Dies bedeutet, dass sie dem Patienten eine verbesserte optische Qualität in der Ferne bieten, man aber für den Zwischenbereich und besonders die Nähe weiterhin eine (Lese)Brille benötigt.

Im Falle der asphärischen Linsen werden Linsen mit besonderen Optiken implantiert wie sie auch bei anderen, optisch anspruchsvollen Systemen, wie beispielsweise hochwertigen Brillengläsern oder Teleobjektiven und Teleskopen verwendet werden. Hierdurch erhält das Auge ein zusätzliches Plus an Sehqualität, besonders bei Abbildungen im Randbereich.

Sphärische Linse
Sphärische Linse
Asphärische Linse mit besserer Abbildung im Randbereich
Asphärische Linse

Auch wenn beim klaren Linsenaustausch mit monofokalen Linsen nur eine Distanz deutlich abgebildet wird, ist dies nach wie vor eine geeignete Option für Patienten, die für keine der zuvor genannten Linsenimplantationen in Frage kommen.

Aber: Es ist nichts so einfach wie es scheint.

Nicht jede Linse kann bei jedem Patienten zum Einsatz kommen, da jedes Auge unterschiedliche Vorgaben mit sich bringt. Nur im Arzt-Patienten-Gespräch kann entschieden werden, welches die im individuellen Fall optimale Behandlungsmethode ist.

Gemeinsam ist den drei Linsenmodellen, dass sie über ein biokompatibles Material verfügen und somit sehr gut verträglich sind. Bei allen genannten Behandlungen handelt es sich zudem um ambulante Eingriffe von nur wenigen Minuten.

Gibt es Ausschlusskriterien für einen klaren Linsenaustausch? Wenn ja, welche Alternativen bieten sich?

Die Smile Eyes Augenärzte sind sich einig: Nicht jeder Patient ab 45 Jahren ist ein Kandidat für einen refraktiven Linsenaustausch. Ein Beispiel eines Ausschlusskriteriums wäre eine vorliegende, mehr oder weniger starke Kurzsichtigkeit. Wenn hier in noch recht frühen Jahren bereits die körpereigene Linse entfernt wird, erhöht sich das Risiko einer Netzhautablösung.

Um dies zu verhindern bzw. dieses Risiko zu minimieren, haben sich andere Methoden etabliert:

  • Einerseits gibt es die Möglichkeit einer Augenlaserkorrektur, bei der man das Prinzip der sog. Monovision zu Hilfe nimmt. Dabei wird ein Auge auf die Ferne und ein Auge auf die Nähe eingestellt. Das Gehirn fügt beide Eindrücke zusammen und ermöglicht so eine weitgehende Unabhängigkeit von Brille oder Lesebrille. Dinge des alltäglichen Lebens sind wieder ohne Sehhilfe durchführbar.
  • Eine andere Möglichkeit bietet die neue Generation der Intraokularlinsen: die presbyope ICL „EVO Viva“. Hierbei handelt es sich um eine phake Linse, also ein künstliche Linse, die zusätzlich zur körpereigenen Linse ins Auge implantiert wird. Sie gilt ebenfalls als EDOF-Linse und ermöglicht dem Patienten eine gute Sicht in allen Distanzen.

Ob ein Refraktiver Linsenaustausch oder eine der beiden zuletzt genannten Möglichkeiten für den Patienten in Frage kommt, kann nicht im Vorfeld anhand weniger Parameter bestimmt werden. Viele Untersuchungen und Vermessungen des Auges sowie eine umfassende Erörterung der Beweggründe, Vorstellungen und Wünsche des Patienten im Gespräch mit dem Augenarzt sind unerlässlich für die Entscheidung über das geeignete Operationsverfahren. Und somit für Zufriedenheit des Patienten nach dem Eingriff.

Kann man vorbeugend etwas gegen die Alterssichtigkeit tun?

Leider nein. Weder gezieltes Augentraining noch die Einnahme von Medikamenten kann diese Alterserscheinung verhindern. Früher kamen als Lösung nur Lesebrille, Gleitsichtbrille oder Kontaktlinsen in Frage. Doch inzwischen bietet die moderne Augenmedizin viele operative Behandlungsmöglichkeiten, die dem Patienten eine vollständige oder zumindest weitgehende Brillenfreiheit ermöglichen.

Welches Verfahren für den einzelnen das optimale ist, kann nur nach einer gründlichen augenmedizinischen Untersuchung und einem individuellen Arzt-Patienten-Gespräch ermittelt werden. Nicht nur die vorliegende Sehschwäche, auch das Alter der Patienten, der individuelle Anspruch an das spätere Sehen, Hobbys oder der auszuübende Beruf spielen bei der Auswahl des Behandlungsverfahrens eine entscheidende Rolle. Unsere Smile Eyes Ärzte bringen hier langjährige Erfahrung mit, um gemeinsam mit dem Patienten die beste Entscheidung treffen zu können.

Die Smile Eyes Augenexperten sind an verschiedenen Standorten in Deutschland und Österreich anzutreffen und stehen jederzeit für Fragen rund um ein Leben ohne Lesebrille zur Verfügung.

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